"Ein Baum ist wie ein Mensch" von Rose von Aprath
Durch die große Hitze in den letzten Wochen sieht es etwas traurig in unseren Gärten aus. Wir müssen nicht traurig sein, denn bei den Rosen startet schon die nächste Blüte, die zum Teil bis in den Spätherbst dauert und der angesagte Regen lässt alles wieder grünen.
Zeit zum Bäume betrachten - oder die Rechte der Bäume
Nehmen wir uns Zeit Bäume zu betrachten. Die Eigenen, die in unserem Garten stehen, aber auch die Bäume im öffentlichen Raum. Eine neue Nachricht hat mich überrascht und dann sehr neugierig gemacht. Der Gemeinderat der Kleinstadt Terrasse/Vaudreuil in Kanada/Quebec hat am 9. Juni 2026 eine Resolution verabschiedet und die Allgemeine Erklärung der Rechte der Bäume (Dèclaration universelle des droits de l’arabre, kurz DUDA) unterzeichnet. Dieser Beschluss besagt: Bäume sind schutzbedürftig und haben somit das Recht, zu leben.
Ich finde es bemerkenswert und die Zeit ist reif, auch für diesen großen Teil unserer Natur die Stimme zu erheben. „Ein Baum ist wie ein Mensch“ sagt Herr Bourdeau. „Er atmet, er lebt, er braucht Wasser, er kommuniziert mit seines Gleichen und er spendet auch uns Menschen viel“. Frische Luft, Schatten und bei großer Hitze Kühle. Der Wasserhaushalt im Boden wird besser geregelt, reguliert starke Winde bei Extremwetterlagen und vieles mehr.
Unser Umgang mit Bäumen - von Kanada lernen
Wie achtlos gehen wir mit Bäumen um. Wenn sie nicht an einem optimalen Ort stehen, werden sie gleich umgesägt. Schatten auf einer Solaranlage, nein danke, umgesägt. Stehen sie zu nah an einer Verkehrsstraße, umgesägt. Oft werden sie wegen ihres fallenden Laubes, umgesägt. Ein Baum wird uns oft lange überleben, oder hat schon manches Ereignis vor unserer Zeit miterlebt, und wenn er dann zu groß, zu riesig ist, wird er gedankenlos, umgesägt. Wir Menschen gehen gedankenlos durch unsere „Eine“ Welt, gefühllos und rücksichtslos, als wenn wir eine „Zweite“ oder „Dritte“ Welt hätten. Dieser Beschluss aus Kanada hat mich sehr beeindruckt. In einem Land, dass für seinen riesigen Baumbestand weltweit bekannt ist, findet ein Umdenken zum Schutz ihrer Bäume statt. Darüber sollten wir doch nachdenken. Aber nicht nur nachdenken und dann wieder zur Tagesordnung gehen, sondern wir müssen die wunderbare Initiative weitertragen. Vielleicht über kurz oder lang in ein Gesetz fassen, ähnlich dem „Rettet die Bienen“. – Ja, in der Holzwirtschaft werden Bäume gefällt, weil wir ihr Holz für vieles brauchen, aber es sollte doch sehr bedacht getan werden und wieder passend nachgepflanzt werden.
Die Widerstandskraft der Bäume und ihr Kampf mit dem Klimawandel
Wenn ich im Urlaub, ob nah oder fern, durch Gärten oder bei einer Wanderung unter Bäumen gehe, wandert mein Blick oft an dem Stamm eines großen, alten, majestätischen Baumes empor und ich denke, was hat er schon alles gesehen und erlebt hat. Naturkatastrophen, oder die Napoleonischen Kriege fallen einem als erstes ein und man wird sich in dem Moment seines kurzen Lebens bewusst. Diese Bäume haben Wind und Wetter der wechselnden Jahreszeiten überstanden. Krieg und Friedenszeiten sind an ihnen vorbeigegangen, nicht immer unbeschadet, oft verwundet wie ein Mensch, aber sie stehen wie eine Eins da.
Bäume sind etwas ganz Besonderes, haben was Majestätisches und ein eigenes Leben. Das Leben ohne Bäume würde die Welt verändern, trockener, heißer und Wüsten ähnlicher machen. Wollen wir das? In Zeiten des Klimawandels, der wirklich nicht mehr zu leugnen ist, sollten wir uns der Bedeutung der Bäume bewusster werden.
Lesetipps:
Wohlleben, Peter: Das geheime Leben der Bäume
Web: Utopia.de – Terrasse-Vaudreuil Quebec, Kanada
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